Heiraten in Schleswig Holstein

So klappt es mit der Ehe: Hochzeitsbräuche in Schleswig-Holstein

Um „auf Nummer sicher zu gehen“, dass mit Ihrem Bund fürs Leben auch wirklich alles klappt, sollten Sie den Geist der Vorfahren beschwören und alte Sitten und Bräuche in der Vorbereitung Ihrer Hochzeit einplanen. Wir wollen Sie nicht zum Aberglauben verführen, aber schaden kann so ein bisschen Brimborium ja auch nicht, oder?

  • Die Auenwaldeslust

    Sie können die Eiche nicht von der Fichte unterscheiden? Den Sperling nicht von der Eule? Am Hochzeitstag in Schleswig-Holstein holen wir nach, was Sie in Biologie verpasst haben, und wecken gleichzeitig Ihre Lust am Walde. Wie es der Brauch sagt, taucht das Brautpaar mittels Kanu in den Ästelungen des Auenwaldes ab. Die Hochzeitsgesellschaft hinterher. Aber: Navi und Handy bleiben an Land.

  • Der Augenschmaus

    Die Hochzeitsgesellschaft ist recht verwöhnt und neigt schnell zu Langeweile? Auf einer Fahrt durch die Holsteinische Schweiz tauchen unter mächtigen Baumkronen, hinter Rhododendron- und Fliederbüschen dutzende nobler Güter im Stile des Barock, der Renaissance oder des Empire auf. Ihre Hochzeitsgäste dürfen danach wieder den Mund schließen.

  • Das Biikebrennen

    Damit ist das Abbrennen der Biike- oder Frühlingsfeuer gemeint, eine geliebte Tradition auf den Inseln, den Halligen und dem Festland entlang Schleswig-Holsteins Nordsee-Küste. Früher diente der Brauch wohl als Zauber gegen böse Geister. Heute ist er mit viel Alkohol und reichlich Essen gesegnet. Da würde es schon mit dem Teufel zugehen, wenn die Hochzeitsgesellschaft nicht Feuer und Flamme wäre.

  • Die Deichparade

    Findet nicht in Berlin statt, sondern auf dem platten Land und dient hier eindeutig der Entfaltung klarer Gedanken. Wenn kurz vor der Hochzeit Nervosität und Hektik ausbrechen und das Ehepaar in spe gar nicht mehr weiß, wie ihm geschieht, empfehlen wir einen Spaziergang über den Deich. Einer ist immer in der Nähe und Nord-Wind aus Schleswig-Holstein macht den Kopf frei für‘s Ja-Wort.

  • Der Klootstocksprung

    Die Schwiegerväter sind sich am Hochzeitstag noch nicht so richtig grün? Zwischen ihnen befindet sich ein Graben, der unüberwindbar scheint? Wir drücken den Kontrahenten einen langen Stock in die Hand und bitten sie zum Klootstockspringen. Einfach Anlauf nehmen und den Graben sprungartig überqueren. Schon liegen sich beide in den Armen. Sie können zufrieden heiraten und alle sind glücklich!

  • Der Küstennebel

    Erscheint an Nord- und Ostsee aus dem Nichts und kann in Schleswig-Holstein spontan eine komplette Hochzeitsgesellschaft verschlucken. Schicksal und Brauch im hohen Norden: Während man die Hand vor Augen nicht mehr sieht, muss der Bräutigam nochmals um die Hand seiner Geliebten anhalten. Je mehr Gäste zu der Hochzeit eingeladen sind, desto schwieriger wird‘s. Unser Tipp: Immer nah an der Küste halten!

  • Das Rübenmalheur

    Im Jahre 1864 gingen zwischen Husum und Ratzeburg verfeindete Bauern mit Rüben auf einander los. Der entstandene Matsch wurde natürlich nicht weggeschmissen, sondern erheblich verfeinert erlangte als „Malheur“ den Ruf des Küchenklassikers. Heute ist das Malheur ein Steckrübeneintopf, der in Schleswig-Holstein in der kalten Jahreszeit gereicht wird. Die Hochzeitsgesellschaft kuschelt derweil am Kachelofen und fleht um Suppenlöffel. Rezept: 500 g Schweinebauch, 2 Zwiebeln, 1 EL Sonnenblumenöl, Salz, weißer Pfeffer, 500 ml Gemüsebrühe, 750 g Steckrüben, 500 g festkochende Kartoffeln, 1 EL Petersilie.

  • Das Schafezählen

    Wenn in Schleswig-Holstein ein Brautpaar gefragt wird, wie schnell es von 0 auf 100 kommt, dann ist das kein Witz. Es geht darum, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Schafe zu zählen. Und zwar nicht im Traum oder im Bett. Sondern auf den Salzwiesen am Deich, über den die frisch Vermählten soeben radeln. Sie werden so viele Jahre nach der Hochzeit glücklich sein, wie sie Schafe zählen. Mähähä!

  • Der Torfrock

    Auch „Schleswig-Kilt“ genannt. Ein dunkelbrauner Rock, der bis über die Knöchel reicht und vom Bräutigam standesgemäß zur Hochzeit getragen wird. Alternative: Ein fetziges Lied, das die Torfstecher im Schleswig-Holsteinischen Moor einst sangen, um sich in lauwarmen Sommernächten vor lästigen Mücken zu schützen. Was meinen Sie?

 
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